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Aandeg die Krähe

4/19/2024

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Aandeg die Krähe
Eine Geschichte der Ojibwe

Als der Große Eine, Gichi-Manidoo, die Vögel erschuf, erzählte er jedem einzelnen von ihnen von seiner Bestimmung und wie er dazu beitragen konnte, das Große und Ganze zum Blühen zu bringen. „Migizi, du wirst derjenige sein, der Allherz, Allseele und Allgeist die Gebete, Bitten und den Dank der Menschen zu Gehör bringt!“, sagte er zum Adler. Dann rief er den Falken herbei und sprach: „Gekek, du wirst Bote der Völker sein, wenn sie Heilung bedürfen oder etwas darben.“ Dann rief Gichi-Manidoo den Seetaucher herbei und erklärte ihm: „Maang, du wirst ein Lehrer der Völker und ihnen von Liebe und Gemeinschaft erzählen!“ Dann erschuf der Große Eine die Krähe und begann: „Aandeg, du bist… Warte einen Augenblick, mein Freund. Meine Anwesenheit ist für einen Moment anderswo von Nöten. Gedulde dich kurz und warte auf mich. Ich bin gleich wieder da!“ Aandeg die Krähe nickte, aber begann sich alsbald zu langweilen und ihr Federkleid zu putzen. „Ah, hallo? Großer Einer? Hallo? Ist da jemand?“ Die Krähe sah sich um. „Wäre jemand so freundlich, mir zu sagen, was meine Aufgabe ist? Hallo? Was ist meine Bestimmung? Also, wenn da keiner ist, finde ich das selbst heraus. Hm, wen frage ich da am besten?“, krächzte die Krähe ungeduldig. „Ja! Genau! Makwa! Ich frage Makwa, den Bären. Das ist eine gute Idee!“
Picture
"White Jumping Squirrel", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Aandeg flog los und begab sich zu Makwas Höhle. „Boozhoo, Makwa! Ich bin’s, Aandeg!“ „Boozhoo, Aandeg, schön dich zu sehen! Was führt dich zu mir?“ „Makwa, ich habe keine Ahnung, was ich tun soll, der Große Eine hat es mir nicht gesagt. Darf ich bei dir in die Lehre gehen und von dir lernen, damit ich anderen helfen kann?“ „Natürlich! Ich werde dir zeigen, wo du die richtigen Kräuter findest und die Pflanzen, die Heilung bringen. Dann lehre ich dich, wie man fischt und die kalten Wintertage unbeschadet überdauert!“ Aandeg war ein gelehriger Schüler und eignete sich in Windeseile an, was Makwa ihm beibrachte.

​Aber als der Winter kam und der erste Schnee gefallen war, sprach er: „Also, den ganzen Winter zu verschlafen, das ist nicht, was ich zu tun wünsche. Es gibt doch noch so viel zu lernen! Ich finde schon eine Beschäftigung, die passt. Danke, Makwa, wir sehen uns im Frühling!“ Aandeg flog davon und ging beim Biber in die Lehre, dann fragte er den Seetaucher, ob er von ihm lernen dürfte, suchte den Wolf auf und bat ihn, sein Mentor zu werden, danach gingen er und die Schildkröte eine Zeitlang den Weg gemeinsam, bis Aandeg wieder ungeduldig wurde, und dann bat die Krähe auch noch den Coyoten um Rat. Aandeg ging bei allen Wesen der Schöpfung in die Lehre, doch seine Bestimmung konnte er nicht finden und so flog er unglücklich umher, immer weiter auf der Suche. ​
​Dann, eines Tages, hörte er jemanden bitterlich im Walde weinen. Es war Ajidamoo das Eichhörnchen, das kläglich auf einem Eichenbaum vor sich hin schluchzte. Das Eichhörnchen sah kränklich und traurig aus. „Aaniin, Ajidamoo, was ist denn los mit dir? Warum klagt dein Herz?“ Ajidamoo sah auf und sah die Krähe aus verweinten Augen an: „Aaniin, Aandeg! Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll! Mein Herz fühlt sich so schwer an und ich fühle mich ganz leer!“ Aandeg krächzte: „Weißt du was? Wir fragen Makwa um Rat! Makwa der Bär ist der beste und weiseste Heiler von allen! Und dann besuchen wir auch Mikinaak die Schildkröte. Mikinaak weiß am besten, wie man Schritt für Schritt vorwärts geht und geduldig einen Fuß vor den anderen setzt! Geduldig, ja.“ 

Makwa und Ajidamoo hielten eine wunderschöne Heilzeremonie und Mikinaak erzählte dem Eichhörnchen alles über Geduld und langsames Vorantasten. Bald war Ajidamoo zur Gänze genesen und konnte sich voller neuem Tatendrang seinen Aufgaben zuwenden.  Aandeg sprach: „Das war ja großartig! Mein Herz singt voller Freude! Was nun? Soviel zu lernen, jaja. Wohin könnte ich denn jetzt fliegen?“ Da hörte er erneut jemanden im Walde weinen. „Oh, was ist denn jetzt wieder los?“
​

"Gedulde dich kurz und warte auf mich. Ich bin gleich wieder da!“ Aandeg die Krähe nickte, aber begann sich alsbald zu langweilen und ihr Federkleid zu putzen. „Ah, hallo? Großer Einer? Hallo? Ist da jemand?“ Die Krähe sah sich um. „Wäre jemand so freundlich, mir zu sagen, was meine Aufgabe ist? Hallo? Was ist meine Bestimmung? Also, wenn da keiner ist, finde ich das selbst heraus."

​Da die Krähe immer neugierig war und helfen wollte, flog sie los, um nachzusehen. Waabooz der Hase saß vor seinem Hasenbau und weinte. „Boozhoo, alter Freund, was ist denn los?“ „Ach, ich kann einfach nicht mehr! Ich halte es nicht mehr aus. Ich möchte mich einfach hinlegen und sterben!“ „Warum das denn?“ Waabooz der Hase begann sich bitter über Waagosh den Fuchs zu beklagen. Nie könne man in Ruhe arbeiten oder schlafen, immer müsse man auf der Hut sein. Die Krähe hörte aufmerksam zu und erklärte ihrem Hasenfreund, dass er seine langen Ohren und seine langen Beine nutzen solle. „Waabooz, hör doch einmal zu! Mit deinen langen Löffeln hörst du doch fantastisch und merkst sofort, wenn Waagosh in der Nähe ist! Und mit den langen, starken Beinen? Da springst du doch im Nu davon und er kommt dir nicht hinterher!“ Der Hase sah die Krähe vollkommen überrascht an: „Du hast ja recht! Das kann ich tun! Und weißt du was, das fühlt sich auch noch richtig gut an! Danke, Aandeg!“

 
Von jenem Tage an flog Aandeg über die Lande und schloss Freundschaft mit allen Wesen der Schöpfung. Er hatte seine Bestimmung und Aufgabe darin gefunden, anderen dabei zu helfen, die ihre zu entdecken und mit frischem Tatendrang und offenem Herzen ihren Aufgaben zu folgen.          
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    Autorin

    Kristin Raphaela Otti
    ​
    Ich bin eine Schamanin und Geschichtenerzählerin aus dem Lavanttal in Kärnten. 

    Ich hüte das Winterfeuer in den Herzen und begleite jene, die sich auf eine Reise tief in ihr Innerstes aufmachen wollen. 

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