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Winterfeuer

Erste Schritte in die Schatten

4/25/2024

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Lernen findet oft statt, wenn man am wenigsten damit rechnet. Verständlicherweise, denn meistens ist das Lernen mit einem Teil unserer Selbst verbunden, den wir verborgen gehalten haben. Sei es, weil wir Angst davor gehabt haben, zu zeigen, wer wir wirklich sind und was wir zu tun vermögen, sei es, weil in unsere eigenen Augen zu schauen und etwas zu sehen, von dem wir geglaubt hatten, es nur in anderen zu finden, aber niemals in uns selbst, uns Furcht bereitet.

Als ich noch am Anfang stand und gerade dabei war, mich an Aspekte meiner Selbst zu erinnern, sich Fähigkeiten zu zeigen begannen und zu mir zurückkehrte, was ich verloren geglaubt hatte, geschah auf dem Weg zum Sommertraining etwas Unvorhergesehenes. Ich liebe es zu spazieren und da sich unser Haus nicht direkt in der Stadt, sondern etwas außerhalb befindet, ist der Weg zum Fitnesscenter ein wunderbarer, etwa dreißigminütiger Spaziergang. In Stille zu gehen und dabei den Kopf frei werden zu lassen liebe ich. Ich empfinde es als sehr entspannend. Während ich dahinspazierte, wurde ich gerufen. 
​

In jeder Dunkelheit, in jedem Abgrund findet sich auch ein Lichtfunken. Keine Nacht ist so dunkel, dass man nicht einen Stern finden kann, der einen zu einem neuen Sonnenaufgang führt. 
Meine Umgebung veränderte sich und ich fand mich in Peru wieder. Ich platzte mitten in eine schamanische Heilzeremonie hinein.

Schamanen standen um einen Mann herum, der auf einem bunten Teppich auf der Erde lag. Sie trugen ihre zeremoniellen Gewänder, während ich in kurzer Hose, einem verschwitzen T-Shirt, ausgetretenen Sportschuhen und Trainingstasche daherkam. Ich blieb nicht stehen, sondern sagte einfach „Servus“, verwandelte mich in einen weißen Jaguar und spazierte geradewegs in den auf dem Boden liegenden Mann hinein. Ich führte ihn durch seine Heilreise in der Unterwelt, dann kehrten wir auf die diesseitige Ebene zurück. Er kehrte in seinen Körper zurück, ich schritt aus seinem Körper heraus und wandelte mich wieder in meine menschliche Gestalt. Mit einem „Schönen Tag!“ verließ ich die Versammlung.

​Ich blieb nie stehen, sondern fand scheinbar nahtlos auf meinen Weg ins Fitnessstudio zurück. Ein ganz normaler Arbeitstag, außer, dass ich noch nie auf diese Weise gerufen worden war, mich noch die derart irgendwohin projiziert und auf diese Weise noch niemanden auf seiner Heilreise begleitet hatte. Ich war nie nur Geistführer, Kundschafter und Hüter gewesen, sondern hatte auch das Wort geführt, wenn notwendig. Diesmal nicht. Dass sich das Ganze vollkommen normal und so angefühlt hatte, als hätte ich es schon unzählige Male vorher getan, verwunderte mich in keinster Weise mehr. 
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"White Jaguar", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Ein paar Tage später wurde ich von den Schutzgeistern einer Freundin meiner Mutter gerufen. Sie beschützen den Bauernhof der Freundin und sahen dort nach dem Rechten. Die Freundin meiner Mutter hatte uns erzählt, dass dunkle Geistwesen den Bauernhof, den sie und ihre Söhne erworben hatten, heimsuchten und es immer wieder zu unerklärlichen Unfällen kam. ​
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"White Jaguar Emerging", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2024)
Ihre Schutzgeister erklärten mir, dass ich für sie kundschaften und sie zu jenen Orten führen sollte, wo ich dunkle Energien witterte. Ich wäre nicht dort, um selbst einzugreifen, sondern allein um zu erkunden, mich an meine Fähigkeiten zu erinnern und wieder zu erlernen.

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​Ich verwandelte mich in meine Jaguargestalt und begann das Gelände zu erkunden. Jedes Mal, wenn ich dunkle Energien witterte, rief ich die Schutzgeister, die die Energien auflösten. Es war eine interessante Erfahrung. Ich merkte sehr bald, dass ich vor der Dunkelheit nicht die geringste Angst verspürte und auch vor der Begegnung mit dunklen Wesen nicht zurückschreckte. Ich war ein Jäger. Und da war noch etwas anderes: Ich wollte in die Dunkelheit hinein, um sie zu verstehen und das Licht zu finden, das in ihr verborgen war. Nicht einzugreifen in das Werk der Schutzgeister und nicht selbst in die Dunkelheit zu schleichen war die Herausforderung und Teil des Lernens.
​ 
Ich liebe es, durch meine Schatten zu wandeln. Teil davon Jaguar zu sein ist, zu lernen, wie man in sich geht, dabei vollkommen ruhig zu werden und zu beobachten, ohne sofort zu handeln. Zu sehen, was tatsächlich da ist, und zu begreifen, was nicht da ist. 

Als wir unsere Aufgabe beendet hatten, nahm ich auf einer Gartenbank Platz. Ich hatte entschieden, noch eine Weile über den Hof zu wachen, für den Fall, dass wir dunkle Wesen übersehen hatten. 

Am nächsten Morgen schickte ich der Freundin meiner Mutter eine SMS und erklärte ihr, dass die Schutzgeister das Gelände gereinigt hatten und die Energien aufgelöst waren. Enthusiastisch schrieb sie mir zurück, dass sie einen Spaziergang über das Gelände machen wollte, um selbst nachzusehen.

​Etwa eine halbe Stunde später rief sie mich an: „Ich konnte es sehen! Da war ein weißer Jaguar, der ist herumspaziert und überall, wo er hingegangen ist, waren kurz darauf Explosionen aus Licht zu sehen! Der Jaguar sitzt immer noch auf einer Bank im Garten, aber etwas ist da sehr seltsam: Er sitzt nicht wie eine normale Katze da, sondern stocksteif wie eine Statue und wirkt voll konzentriert.“

Natürlich. Das passiert, wenn man auf einen Jaguar trifft, der die Energie eines Steinbocks in sich trägt.    
 
Ich liebe es, durch meine Schatten zu wandeln. Teil davon Jaguar zu sein ist, zu lernen, wie man in sich geht, dabei vollkommen ruhig zu werden und zu beobachten, ohne sofort zu handeln. Zu sehen, was tatsächlich da ist, und zu begreifen, was nicht da ist. In jeder Dunkelheit, in jedem Abgrund findet sich auch ein Lichtfunken. Keine Nacht ist so dunkel, dass man nicht einen Stern finden kann, der einen zu einem neuen Sonnenaufgang führt. 
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Die Weisheit des Pfaus

4/24/2024

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Der Pfau ist ein wunderbarer Weggefährte und Lehrer. Er hat keine Scheu davor, sich zu zeigen, wie er ist. Stolz und aufrecht schreitet er vorwärts, zeigt sein Federkleid und seine Gaben. Sein Licht strahlt hell aus seinem Herzen. Er lehrt uns, unsere Gaben und Talente zu zeigen, sie hell strahlen zu lassen, aus dem Herzen heraus, denn unser inneres Licht scheinen zu lassen, hat nichts mit Arroganz und Überheblichkeit zu tun. 

Dem Pfau ist die Aufgabe übertragen, die Erde zu behüten und den Frieden zu wahren. Nichts entgeht seinem Blick, er erkennt die Viper unter tausend Nattern, und duldet sie nicht in seiner Nähe.

Er weiß um die Schönheit in allen Dingen, denn gleich einem Schwan ist er nach und nach in sein prachtvolles Federkleid hineingewachsen. Bevor er seine eigenen prächtigen Federn zum ersten Mal im Lichte der aufgehenden Sonne erblickt hat, hat er die Wesen um sich herum aufblühen sehen. Er hat seine eigenen Stärken und die ihm innewohnende Kraft nach und nach erfahren und weiß, dass alles, was er braucht, um seinen Weg zu gehen, bereits in ihm steckt und zur rechten Zeit ans Lichte kommt.

Der Pfau versteckt sich nicht, er zeigt seine wahren Farben. Er ist kein Singvogel und hat nichts für Schmeicheleien übrig. Er weiß, wann es an der Zeit ist zu sprechen, und was zu sagen ist, spricht er laut und klar aus. 
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"White Peacock", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Er blickt durch tausend Augen, sieht Vergangenes, das Hier und Jetzt und weit in die Ferne, späht nach dem, was kommen mag. Er ist seiner vergangenen Leben eingedenk und lehrt wahrhaftig zu sehen, durch Täuschung und Verletzung hindurch, und die Augen zu heilen, sodass sie wieder die Schönheit der Welt und der darin wohnenden Wesen wahrnehmen können.  
 
Dem Pfau ist die Aufgabe übertragen, die Erde zu behüten und den Frieden zu wahren. Nichts entgeht seinem Blick, er erkennt die Viper unter tausend Nattern, und duldet sie nicht in seiner Nähe. In seinem Herzen ist kein Platz für Falschheit und Lüge, unbestechlich tut er kund, was zu sagen ist.
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"White Peacock Thinking", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
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Aandeg die Krähe

4/19/2024

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Aandeg die Krähe
Eine Geschichte der Ojibwe

Als der Große Eine, Gichi-Manidoo, die Vögel erschuf, erzählte er jedem einzelnen von ihnen von seiner Bestimmung und wie er dazu beitragen konnte, das Große und Ganze zum Blühen zu bringen. „Migizi, du wirst derjenige sein, der Allherz, Allseele und Allgeist die Gebete, Bitten und den Dank der Menschen zu Gehör bringt!“, sagte er zum Adler. Dann rief er den Falken herbei und sprach: „Gekek, du wirst Bote der Völker sein, wenn sie Heilung bedürfen oder etwas darben.“ Dann rief Gichi-Manidoo den Seetaucher herbei und erklärte ihm: „Maang, du wirst ein Lehrer der Völker und ihnen von Liebe und Gemeinschaft erzählen!“ Dann erschuf der Große Eine die Krähe und begann: „Aandeg, du bist… Warte einen Augenblick, mein Freund. Meine Anwesenheit ist für einen Moment anderswo von Nöten. Gedulde dich kurz und warte auf mich. Ich bin gleich wieder da!“ Aandeg die Krähe nickte, aber begann sich alsbald zu langweilen und ihr Federkleid zu putzen. „Ah, hallo? Großer Einer? Hallo? Ist da jemand?“ Die Krähe sah sich um. „Wäre jemand so freundlich, mir zu sagen, was meine Aufgabe ist? Hallo? Was ist meine Bestimmung? Also, wenn da keiner ist, finde ich das selbst heraus. Hm, wen frage ich da am besten?“, krächzte die Krähe ungeduldig. „Ja! Genau! Makwa! Ich frage Makwa, den Bären. Das ist eine gute Idee!“
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"White Jumping Squirrel", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Aandeg flog los und begab sich zu Makwas Höhle. „Boozhoo, Makwa! Ich bin’s, Aandeg!“ „Boozhoo, Aandeg, schön dich zu sehen! Was führt dich zu mir?“ „Makwa, ich habe keine Ahnung, was ich tun soll, der Große Eine hat es mir nicht gesagt. Darf ich bei dir in die Lehre gehen und von dir lernen, damit ich anderen helfen kann?“ „Natürlich! Ich werde dir zeigen, wo du die richtigen Kräuter findest und die Pflanzen, die Heilung bringen. Dann lehre ich dich, wie man fischt und die kalten Wintertage unbeschadet überdauert!“ Aandeg war ein gelehriger Schüler und eignete sich in Windeseile an, was Makwa ihm beibrachte.

​Aber als der Winter kam und der erste Schnee gefallen war, sprach er: „Also, den ganzen Winter zu verschlafen, das ist nicht, was ich zu tun wünsche. Es gibt doch noch so viel zu lernen! Ich finde schon eine Beschäftigung, die passt. Danke, Makwa, wir sehen uns im Frühling!“ Aandeg flog davon und ging beim Biber in die Lehre, dann fragte er den Seetaucher, ob er von ihm lernen dürfte, suchte den Wolf auf und bat ihn, sein Mentor zu werden, danach gingen er und die Schildkröte eine Zeitlang den Weg gemeinsam, bis Aandeg wieder ungeduldig wurde, und dann bat die Krähe auch noch den Coyoten um Rat. Aandeg ging bei allen Wesen der Schöpfung in die Lehre, doch seine Bestimmung konnte er nicht finden und so flog er unglücklich umher, immer weiter auf der Suche. ​
​Dann, eines Tages, hörte er jemanden bitterlich im Walde weinen. Es war Ajidamoo das Eichhörnchen, das kläglich auf einem Eichenbaum vor sich hin schluchzte. Das Eichhörnchen sah kränklich und traurig aus. „Aaniin, Ajidamoo, was ist denn los mit dir? Warum klagt dein Herz?“ Ajidamoo sah auf und sah die Krähe aus verweinten Augen an: „Aaniin, Aandeg! Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll! Mein Herz fühlt sich so schwer an und ich fühle mich ganz leer!“ Aandeg krächzte: „Weißt du was? Wir fragen Makwa um Rat! Makwa der Bär ist der beste und weiseste Heiler von allen! Und dann besuchen wir auch Mikinaak die Schildkröte. Mikinaak weiß am besten, wie man Schritt für Schritt vorwärts geht und geduldig einen Fuß vor den anderen setzt! Geduldig, ja.“ 

Makwa und Ajidamoo hielten eine wunderschöne Heilzeremonie und Mikinaak erzählte dem Eichhörnchen alles über Geduld und langsames Vorantasten. Bald war Ajidamoo zur Gänze genesen und konnte sich voller neuem Tatendrang seinen Aufgaben zuwenden.  Aandeg sprach: „Das war ja großartig! Mein Herz singt voller Freude! Was nun? Soviel zu lernen, jaja. Wohin könnte ich denn jetzt fliegen?“ Da hörte er erneut jemanden im Walde weinen. „Oh, was ist denn jetzt wieder los?“
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"Gedulde dich kurz und warte auf mich. Ich bin gleich wieder da!“ Aandeg die Krähe nickte, aber begann sich alsbald zu langweilen und ihr Federkleid zu putzen. „Ah, hallo? Großer Einer? Hallo? Ist da jemand?“ Die Krähe sah sich um. „Wäre jemand so freundlich, mir zu sagen, was meine Aufgabe ist? Hallo? Was ist meine Bestimmung? Also, wenn da keiner ist, finde ich das selbst heraus."

​Da die Krähe immer neugierig war und helfen wollte, flog sie los, um nachzusehen. Waabooz der Hase saß vor seinem Hasenbau und weinte. „Boozhoo, alter Freund, was ist denn los?“ „Ach, ich kann einfach nicht mehr! Ich halte es nicht mehr aus. Ich möchte mich einfach hinlegen und sterben!“ „Warum das denn?“ Waabooz der Hase begann sich bitter über Waagosh den Fuchs zu beklagen. Nie könne man in Ruhe arbeiten oder schlafen, immer müsse man auf der Hut sein. Die Krähe hörte aufmerksam zu und erklärte ihrem Hasenfreund, dass er seine langen Ohren und seine langen Beine nutzen solle. „Waabooz, hör doch einmal zu! Mit deinen langen Löffeln hörst du doch fantastisch und merkst sofort, wenn Waagosh in der Nähe ist! Und mit den langen, starken Beinen? Da springst du doch im Nu davon und er kommt dir nicht hinterher!“ Der Hase sah die Krähe vollkommen überrascht an: „Du hast ja recht! Das kann ich tun! Und weißt du was, das fühlt sich auch noch richtig gut an! Danke, Aandeg!“

 
Von jenem Tage an flog Aandeg über die Lande und schloss Freundschaft mit allen Wesen der Schöpfung. Er hatte seine Bestimmung und Aufgabe darin gefunden, anderen dabei zu helfen, die ihre zu entdecken und mit frischem Tatendrang und offenem Herzen ihren Aufgaben zu folgen.          
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Die Weisheit des Stars

4/17/2024

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Stare sind wunderbare Mentoren und Begleiter. Sie sind Boten des nahenden Frühlings und eines neuen Morgens. Stare fliegen in großen Schwärmen, um einander vor Raubvögeln zu schützen. Sie singen ein Lied von Zusammenhalt, Bestimmung und der Kraft und Stärke von Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft bringt Wandel, wenn viele Stimmen gemeinsam ihr Lied singen und in der Zusammenarbeit ein ausgeglichenes Geben und Nehmen herrscht. 
 
„Wer bist du, wenn du in den Schatten wandelst, und wer, wenn dich das Licht der Sonne liebkost? Lass deine wahren Farben erstrahlen, ehre und feiere dich so, wie du wahrlich bist!“

Der Star sagt: „Sei vorsichtig damit, wen du in dein Herz, dein Innerstes, lässt!“ Ein Starschwarm ist eine Versammlung kleinerer Gruppen, die zusammenarbeiten. In diesen Zirkeln herrscht absolutes Vertrauen und sieben Vögel fliegen als synchrone Einheit zusammen. Der Star ist ein Gestaltenwandler und Mime, der beständig von seiner Umgebung lernt und Neues in sich aufnimmt. Er sagt: „Sei vorsichtig, dass du dich nicht selbst verlierst, wenn du andere nachahmst und anderen nacheiferst! Flieg Seite an Seite, Herz an Herz, aber niemals blind einem anderen hinterher! Beobachte genau, wie die Worte und Taten eines anderen dich und dein Verhalten beeinflussen!“
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"White Starling", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)

​Stare sind beides, das Nichts, die Leere, das Dazwischen zwischen den Sternen und die Sterne, die als Samen in den fruchtbaren Boden der Zwischenwelten gesät worden sind. Wenn man sie aus der Ferne betrachtet, wirken sie grau und farblos, aber sobald die Sonne auf sie fällt, schimmern sie violett und smaragdgrün und zeigen ihr Herz. Der Star sagt: „Wer bist du, wenn du in den Schatten wandelst, und wer, wenn dich das Licht der Sonne liebkost? Lass deine wahren Farben erstrahlen, ehre und feiere dich so, wie du wahrlich bist!“
 
Jedes Herz singt ein heiliges Lied und trägt Heilweisheit in sich. Der Star sagt: „Geh in dich und hör zu! Da ist ein heiliges Lied in deinem Herzen, gesungen mit den Stimmen von Liebe und Wahrheit. Lass die Stimme deines Herzen laut und klar erschallen!“ Stare sprechen klar und deutlich aus, wessen sie bedürfen, scheuen nicht davor zurück, ihre Wahrheit zu sprechen. Sie wissen, dass Gemeinschaften und Beziehungen klarer Worte bedürfen um zu wachsen und zu gedeihen. 
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Eine Reise ins Unbekannte

4/16/2024

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Kannst du dir vorstellen, wie es sich anfühlen würde, auf eine Party zu gehen, auf der jeder deinen Namen kennt, genau weiß, wer du bist, dir lächelnd etwas darüber erzählt, was ihr in der Vergangenheit gemeinsam angestellt habt, dir dann auf die Schulter klopft und mit „Schön, dich wiedergesehen zu haben!"  von dannen geht? Wo jeder weiß, wer du bist, außer du selbst? So geht es mir manchmal. 
 
„Ich bin die Weiße Krähe.“ Das habe ich einem Wesen, das ich auf einer meiner ersten Reisen in die Anderswelt getroffen habe, einfach so gesagt. Der Name war einfach da und ich wusste im selben Augenblick, als ich ihn ausgesprochen hatte, dass es tatsächlich der meine war. Auch das Wesen, das vor mir stand, nickte, schien erfreut und nach einer herzlichen Unterhaltung trennten sich unsere Wege. Davor hatte mich ein Krähenschwarm zu der Reise hinter die Schleier eingeladen und ich hatte mich ohne zu überlegen einfach in eine Krähe verwandelt und war mitgeflogen. Es hatte sich vollkommen normal angefühlt.   

Als ich einen Heiler und Schamanen traf, der meiner Mutter bekannt war, weil ich mit jemandem über die Veränderungen, die in meinem Leben stattfanden, sprechen wollte, fragte er mich nach meinem Namen. Ohne zu zögern antwortete ich „Ich bin die Weiße Krähe.“. Er starrte mich an. Ich starrte zurück. Nach einer Weile sagte ich: „Oh! Mein Name ist Kristin.“ Wir starrten uns weiter an. Schließlich kam ein „Aha“ und er starrte weiter. ​
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"Eagle Reborn", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Dann erschien eines Tages ein nordamerikanischer Schamane und Medizinmann in meinem Energiefeld. Da ich bis zu dem Zeitpunkt dergleichen weder erlebt, noch gewusst hatte, dass das möglich war, blickte ich ihn einfach nur mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund an. „Du hast entschieden, noch einmal hierher zurückzukommen! Ist das genial!“ Ich brachte ein „Ja?“ heraus. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wovon er sprach. „Das ist fantastisch! Du bist wieder da!“ Ich starrte einfach weiter. „Wann kommst du rüber?“ „Rüber?“ „Um uns zu besuchen!“ „Dazu habe ich die Mittel im Augenblick nicht.“ „Die Mittel dazu sind nicht von Belang,“, winkte er ab, als wäre Geld aufzutreiben das geringste aller Probleme. „Sag, wie heißt du?“ „Ich bin die Weiße Krähe.“ „Ja, natürlich bist du das. Wer solltest du denn sonst sein? Das warst du immer und das wirst du immer sein. Nein, dein Name. Wie ist dein Name?“ Ich blickte ihn einfach nur an. „Dein Name. In diesem Leben. Welcher Name ist dir in diesem Leben gegeben worden?“ „Kristin.“ Er strahlte mich an, klatschte vergnügt in die Hände und eilte davon. Ich starrte ihm hinterher. Zwei Dinge verwirrten mich vollkommen: Der Schamane wusste offenbar, wer ich war, und er hatte sich offen und ehrlich darüber gefreut, mich zu sehen.
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In Salzburg habe ich zum ersten Mal ausgesprochen, dass es diese Arbeit ist – jene des Heilers und Schamanen – die ich verrichten möchte und liebe. 

​Da die Verbindung zu ihm nicht unterbrochen worden war, sah ich, wie er auf einen anderen Schamanen zuging und rief: „Er ist wieder da!“ Der andere sagte: „Nein, das ist unmöglich!“ „Doch, er ist wieder da! Im Körper einer Frau!“ Dann sah der andere Mann auf und erblickte mich. Seine Augen wurden groß und er begann zu breit zu lächeln. Da erinnerte ich mich plötzlich an etwas aus einem meiner früheren Leben. Wir hatten bei den Haida gelebt. Als Kinder hatten wir gemeinsam gespielt. Eines Tages war uns nach Honig gewesen und wir hatten uns auf die Suche nach Bienenstöcken gemacht. Warum wir die Bienen nicht einfach um Honig gebeten hatten, war mir nun schleierhaft. Wir waren auf die glorreiche Idee gekommen, mit Ästen auf die Bienenstöcke einzuschlagen, um an den Honig zu gelangen. Mein Großvater, der Medizinmann und Schamane gewesen war, hatte unser Abenteuer dann zum Anlass genommen, mir beizubringen, wie man Bienenstiche richtig behandelt.   
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"White Crow", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Ich war nie auf die Idee gekommen, meinen Namen genau zu recherchieren. Für mich war es einfach nur ein weiterer Teil des Puzzles, da ich keinen Mentor hatte, den ich einfach fragen hätte können. „Ha, du bist dran!“ so ungefähr fühlte es sich an, nur, dass ich nicht wusste, in welches Spiel ich da hineingeraten war und woran ich teilnehmen sollte. 
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Kannst du dir vorstellen, wie es sich anfühlen würde, auf eine Party zu gehen, auf der jeder deinen Namen kennt, genau weiß, wer du bist, dir lächelnd etwas darüber erzählt, was ihr in der Vergangenheit gemeinsam angestellt habt, dir dann auf die Schulter klopft und mit „Schön, dich wiedergesehen zu haben!“ von dannen geht? Wo jeder weiß, wer du bist, außer du selbst?

Dann wurde mir das Geschenk zuteil, Angaangaq und Gayle Crosmaz in Salzburg während einer Zeremonie kennenzulernen. Als ich Gayle sagte, dass mein Name „ White Crow“ ist, erwiderte sie, dass der ihre „White Raven“ wäre. Danach erzählte sie mir, dass Angaangaq ihr den Namen „Allaq“ gegeben hatte und er „Schwarzbär“ bedeutet. Während der Zeremonie beantwortete Angaangaq eine Frage, die ihm just zum Thema „spirituelle Namen“ gestellt worden war und das weckte mein Interesse. Als ich dann in einem Wiener Kaffeehaus saß und bei einem Kaffee an einer Geschichte weiterschrieb, an der ich bereits vor der Zeremonie in Salzburg gearbeitet hatte, begann ich zu recherchieren. 

Ich las zuerst die Ojibwe-Mythen zu Schwarzbär und Rabe, weil im Seminar erwähnt worden war, dass Gayle Ojibwe wäre, und stieß dabei auf die Geschichte von Aandeg der Krähe. Während ich die Geschichte las, begriff ich etwas, das mit meinem Wesen zu tun hatte. Ich hatte immer nach meinem Platz im Leben gesucht und wenn ich etwas gelernt und verstanden hatte, wurde mir langweilig und etwas Neues musste her. Das Lustige an der Sache war, dass ich, obwohl ich meinen Weg und meinen Platz nicht zu finden vermochte, anderen weiterhelfen konnte, indem ich ihnen von meinen Erfahrungen und Erlebnissen berichtete. Ich habe mehr als sechzehn Jahre lang Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterrichtet. Was mir am meisten Freude am Unterrichten bereitet hat? Meine Schüler blühen und Vertrauen in sich selbst finden zu sehen. 

In der Ojibwe-Geschichte sucht die Krähe nach ihrer Bestimmung und ihrer Aufgabe. Sie ist zu ungeduldig, um auf die Rückkehr des Großen Einen, des Schöpfers, zu warten. Gerade, als er die Krähe erschaffen hatte, war er weggerufen worden und hatte die Krähe gebeten, für einen Moment zu warten. Die Krähe war aber weggeflogen, um selbst nach ihrer Bestimmung zu suchen und herauszufinden, was ihre Aufgabe war. Die Krähe ging bei allen Wesen der Schöpfung in die Lehre, konnte aber ihre Aufgabe nicht finden und war unzufrieden mit ihrem Dasein, bis sie begann, anderen Rat zu geben und ihnen dabei zu helfen, ihre Bestimmung zu finden. Alles, was sie gelernt hatte, wurde zu Weisheit, die jenen Heilung brachte, die ihrer bedurften. Ohne es zu ahnen, hatte die Krähe so ihre Bestimmung und Aufgabe gefunden. 
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Als ich die Geschichte las, verstand ich einen Teil meiner selbst. Ich hatte mich immer gefragt, warum ich meinen Platz im Leben nicht finden konnte und wozu ich hier wäre, was meine Aufgabe sei. Ich bin am glücklichsten, wenn ich andere dabei unterstützen kann, in ihre Kraft zu kommen und ihr inneres Feuer wieder zu entfachen. Dass ich bei jeder Begegnung selbst Neues lernen darf, ist ein Geschenk. 

​In Salzburg habe ich zum ersten Mal ausgesprochen, dass es diese Arbeit ist – jene des Heilers und Schamanen – die ich verrichten möchte und liebe.   
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Kreise

4/15/2024

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Kreise öffnen sich, Kreise schließen sich und doch haben sie keinen Anfang und kein Ende. Zeit verliert ihre Bedeutung, jedes Ende birgt einen neuen Anfang, alles, das beginnt, findet seine Vollendung, um neu zu entstehen. Kreise wachsen, ziehen sich zusammen, gerade so, wie es dem Augenblick gefällt. Jedes deiner Lächeln, jede deiner Taten, findet ihren Weg zurück zu dir, im ewigen Kreislauf, wenn die Zeit dafür gekommen ist und sich deine Erfahrungen in Weisheit verwandeln. Das Wissen, um die Freude, die du in andere Leben gebracht, das Wissen, um den Schmerz, den du verursacht hast, dein Herz erreicht. 
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„Ein Kreis ist immer so groß, wie es notwendig ist, so klein wie nötig. Er wächst, wie es der Augenblick bedarf. Niemals ist es von Nöten, den Platz eines anderen mit Gewalt an sich zu reißen, jemanden aus Wut und Zorn zu verstoßen oder seinen Sitz aus Eifersucht zu rauben.“

​Wenn wir uns versammeln und uns gemeinsam in einem Kreis gegenübersitzen, einander in die Augen schauen und im Lächeln der anderen ihre Schönheit und Einzigartigkeit erkennen, kann keine Lüge gesprochen, hinter niemandes Rücken Falschheit verbreitet und niemand ausgeschlossen werden. Keinem ist es gegeben, dich kleiner zu machen, niemand kann dein Licht zum Erlöschen bringen. Das Lied deines Herzens erklingt klar und deutlich, wenn dir das Wort gegeben ist, und wenn du den Worten der anderen Herzen zuhörst, ihre Herzen singen hörst, wirst du der Gaben gewahr, die jedes Herz in diese Welt bringt. 
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Die Wespe ist die Hüterin Heiliger Kreise, Zeremonien und Versammlungen. "White Wasp", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Mein Lernen führt mich hinter die Schleier, die über der materiellen Ebene liegen, in verschiedene Welten und Ebenen hinter unserem Bewusstsein. Ich werde oft zu Reisen in die Anderswelt gerufen. Jede Begegnung mit Geistwesen ist ein Geschenk, das neue Erfahrungen und Lernen mit sich bringt, manchmal eine Prüfung, während der man sich selbst begegnen darf, etwas über sich erfährt, das bis zu diesem Punkt auf dem eigenen Weg verborgen war oder man selbst tief in den eigenen Schatten begraben hatte. 

Nicht lange, nachdem mir das Geschenk zuteilgeworden war, Angaangaq während einer Zeremonie in Salzburg, die unter dem Zeichen von Neuanfängen und Neubeginn stand, zu begegnen, mit ihnen zu sprechen und ihnen zuhören zu dürfen, wurde ich wieder gerufen, eine Reise zu machen. Angaangaq hatte uns in Salzburg von der ungeheuren Kraft des Kreises erzählt, von seiner Bedeutung in den verschiedenen Traditionen und unter Schamanen. Seine Worte hatten mich tief berührt. 

Ich begab mich in die Anderswelt und fand mich in einer Native American Siedlung wieder. Dort war ich schon oft gewesen und kannte sie mittlerweile sehr gut. An diesem Ort versammelt sich der Rat der Schamanen - so nenne ich ihn zumindest. Die Schamanen, die sich dort treffen, versammeln sich in ihrer reinen Lichtform. 
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Walpurgisnachtsfeuerzeremonie 2023
Einige von ihnen kenne ich, manche sind inkarniert und erfüllen auf der materiellen Ebene ihre Aufgaben, andere beobachten, träumen und unterrichten in der Anderswelt. ​

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Der Älteste des Rates begrüßte mich lächelnd, als ich den Ratsplatz inmitten der Siedlung betrat, legte mir seine linke Hand auf die rechte Schulter und sprach: „Schau! Da ist ein freier Ratssitz. Der, der ihn innehat, ist nicht da. Nimm seinen Platz ein.“ Ich sah mich um und betrachtete die anderen Schamanen, die im Kreis Platz genommen hatten. Ich war verwirrt. Einen Augenblick blickte ich den leeren Ratssitz an, dann sagte ich: „Das ist nicht mein Platz und ich werde ihn nicht einnehmen. Er gehört einem anderen.“ Dann begriff ich, wessen Ratssitz es war und woher meine Verwirrung stammte. Er gehörte einem Schamanen, dem ich nicht nur auf der materiellen Ebene sehr oft begegnet war, sondern gleichermaßen oft in seiner Lichtform in der Siedlung in der Anderswelt gegenübergestanden hatte, wenn der Rat zusammengetreten und ich gerufen worden war. Der Älteste sprach: „Er hat dich verletzt und ist nicht mehr hier. Er ist von seinem Weg abgekommen. Nimm seinen Platz ein!“ Ich weigerte mich erneut. „Das ist sein Platz, ungeachtet dessen, was geschehen oder nicht geschehen ist.“ 

​Ich trat einen Schritt zurück und ließ einen Kristall aus reinem Licht entstehen. Ich legte den Lichtkristall vor den leeren Ratssitz und sagte: „Das ist ein Kristall aus reinem Licht, ein Leuchtfeuer. Er wird ihn zurück nach Hause an seinen angestammten Platz führen. Dieser Ratssitz ist nicht der meine. Einem anderen zu nehmen, was das Seine ist, ist nicht mein Weg. Es ist sein Platz und sein Weg wird ihn hierher zurückführen.“ Kaum war ich einen Schritt von dem leeren Ratssitz zurückgetreten, erschien der Schamane in seiner Lichtform. Er nahm Platz und lächelte mich an. Ich nickte ihm zu und wandte mich um. 

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"White Crystal Heart", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Der Älteste legte seine Hände auf meine Schultern, blickte mir in die Augen und begann zu lächeln. Der Kreis der Schamanen wuchs um uns herum, wurde größer und ein leerer Platz tat sich in seiner Mitte auf. Der Älteste sagte: „Ein Kreis ist immer so groß, wie es notwendig ist, so klein wie nötig. Er wächst, wie es der Augenblick bedarf. Niemals ist es von Nöten, den Platz eines anderen mit Gewalt an sich zu reißen, jemanden aus Wut und Zorn zu verstoßen oder seinen Sitz aus Eifersucht zu rauben.“ Er wies auf den neu entstandenen Ratssitz. „Das ist der deine. Nimm Platz!“ 
 
Das tat ich. 
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Die Weisheit des Papageis

4/14/2024

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Der Papagei ist ein farbenfroher Mentor und Weggefährte, der verspielt und neugierig auf die Welt blickt, die ihn umgibt. Er reist munter durch alle Welten und hinter die Schleier, doch besucht er keine ohne Einladung. Er ist der geborene Verhandler und Diplomat, der oft gerufen wird, um andere zu begleiten, zu führen und auf ihren Reisen in die Anderswelt zu beschützen. 
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"White Hyacinth Parrot", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Bevor er zu sprechen beginnt, atmet der Papagei tief in sein Herz hinein und lauscht den weisen Worten, die es zu ihm spricht. Er weiß um die Kraft aller Worte, jener, die ausgesprochen werden, und jener, die stumm bleiben, manche Segen, manche Fluch. Er sagt: „Sei achtsam, was du sprichst und was ungesprochen bleibt, denn deine Worte sind die Funken, die das Feuer entfachen, aus dem deine Träume geboren werden.“
 
Der Papagei ist ein großartiger Zuhörer, mit einem scharfen Verstand gesegnet, dem nichts entgeht. Er hört mit dem Herzen zu, nicht mit seinem Kopf. Er weiß, dass das Herz die Wahrheit in allem heraushören kann, und wenn er antwortet, spricht er aus seinem Innersten heraus, zeigt furchtlos seine Farben und teilt seine Weisheit und Erfahrungen. 
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"White Macaw", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
„Sei achtsam, was du sprichst und was ungesprochen bleibt, denn deine Worte sind die Funken, die das Feuer entfachen, aus dem deine Träume geboren werden.“

​„Üben, üben, üben!“, spricht der Papagei vor sich hin, „Folge den Schritten von gestern mit der Weisheit und Kunstfertigkeit von heute!“ Er wiederholt die Worte, die aus seinem Herzen stammen, wieder und wieder, bis sie zu einem Mantra werden, einem Zauber, der das Feuer aller nährt. 
 
Er gestaltet seinen Traum, sein Leben, mit seinen eigenen Farben, nimmt anderen niemals etwas weg, denn er weiß, dass er alles, was er braucht, bereits in seinem Herzen trägt. Für den Papagei ist jeder Augenblick ein Moment voller Magie und jeder Ort, den er besucht, ein Teil einer Welt voller niemals endender Wunder und Zauber. 
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"White Parrot Dreaming", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
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Die Weisheit des Tukans

4/13/2024

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Der Tukan ist ein bunter Wanderer zwischen den Schleiern, ein Seelenbegleiter, der die Seelen von Verstorbenen ins Licht führt. Er urteilt über niemanden, sondern geleitet die Seelen ohne über ihre Taten ein Wort zu verlieren. Normalerweise tratschen Tukane gerne, aber sie wissen, dass Wahrheit oft nicht in den Worten gefunden wird, die am lautesten von anderen gesprochen werden, aber am Ende immer ans Licht kommt, wenn Vater Karma das letzte Wort hat. 
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"White Chatty Toucan", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2024)
Als der Große Eine, der Schöpfer, bemerkte, welch treue Hüter und Beschützer die Tukane sind, machte er ihnen ein wunderbares Geschenk. Er nahm einen Regenbogen und erschuf aus ihm einen langen Schnabel, der von der warmen, heilenden Energie von Vater Sonne erfüllt ist. Tukane nutzen ihren Schnabel, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Sie wissen genau, wann Worte zu sprechen sind, die das innere Feuer auflodern lassen, und wann es Zeit ist, ein Lied zu singen, das die lodernde Flamme wieder beruhigt. Sie leben in vollkommener Harmonie mit ihrem inneren Feuer und verlieren niemals die Beherrschung. 
 
Tukane lieben es, Obst zu essen, aber Früchte brauchen eine lange Zeit, um verdaut zu werden. Tukane wissen, dass alles, was man in sich aufnimmt, Zeit braucht, um verdaut und Teil von einem zu werden.
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"White Toucan", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Sei du selbst und komm aus dir heraus, mach den ersten Schritt! Feiere deine Gaben und zeig deine wunderbaren Farben.   

​Sie nutzen die Zeit zwischen ihren Mahlzeiten, um mit anderen Tukanen fangen zu spielen, mit dem Schnabel zu klappern oder ihre Lieder zu singen. Erst, wenn alles vollständig verdaut und verarbeitet ist, nehmen sie neue Früchte zu sich. Sie lehren uns, uns Zeit zu geben, wenn wir Neues lernen und uns neue Fähigkeiten aneignen, und die Zeit dazwischen zu nutzen, zu spielen und Spaß zu haben, anstatt uns von der Illusion, keinen Fortschritt zu machen, frustrieren und aus der Ruhe bringen zu lassen. 
 
Das letzte, woran Tukane Interesse haben, ist, anderen zu imponieren. Sie sind keine guten Flieger, sondern machen ein paar kräftige Flügelschläge und gleiten dann dahin. Sie wissen genau, dass man keinen Schritt auf dem Weg in vollkommener Eleganz und Perfektion machen muss, sondern es vollkommen genügt, einen Fuß vor den anderen zu setzen und den Schritt überhaupt einmal erst zu machen. Sei du selbst und komm aus dir heraus, mach den ersten Schritt! Feiere deine Gaben und zeig deine wunderbaren Farben.   
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Kaffee, Zeichnen und mein Lieblingscafé

4/12/2024

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Wenn ich in Wien arbeite, zeichne ich immer in meinem Lieblingscafé am Stephansplatz, dem Café de L’Europe. Ich liebe das Café einfach. Immer, wenn ich dort bin, werde ich mit einem warmen Lächeln und warmen Worten begrüßt. Vor ein paar Monaten hieß es beim Betreten des Cafés nicht „Guten Morgen!“, sondern „Viel Spaß beim Zeichnen!“. Gesehen zu werden für das, was man zu tun liebt und das Feuer im Herzen nährt, ist ein unglaubliches Geschenk.
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Café de L’Europe ist zu dem Ort geworden, wo ich meine Freunde, meinen Kreis und meine Klienten treffe, wenn es etwas zu Aufträgen zu besprechen gibt. So mag es nicht überraschend kommen, dass mich ein sehr guter Freund gefragt hat: „Gehst du ins Büro?“ Ja, ich war unterwegs, um einen köstlichen schwarzen Kaffee im Café zu genießen.

Ich bin 2017 in einer Umbruchszeit zum Café geführt worden. Dann, als ich 2022 entschieden hatte, aus Wien fortzuziehen, führten mich meine Schritte zurück ins Café de L’Europe. ​
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Ich beim Zeichnen von "White Panda" in meinem Lieblingscafé.

​Ich war dabei, meine Möbel zu verschenken und hatte meinen Schreibtisch einem Mädchen geschenkt, das gerade einen gebraucht hatte. Manchmal merkt man erst später, dass man zum Schreiben und Zeichnen tatsächlich einen Tisch braucht. Also habe ich mich ins Café gesetzt, zuerst mit Zögern meine Stifte ausgepackt und dann zu schreiben und zu zeichnen begonnen. Nun ist es etwas, das ich zu tun liebe, ein weiteres unglaubliches Geschenk in meinem Leben: Zu tun, was ich zu tun liebe, an einem Ort, an dem ich gerne bin und den Augenblick bei einer Tasse Kaffee zu feiern und zu genießen. 
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"White Panda", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2024)
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Bunjil der Adler

4/12/2024

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Bunjil der Adler
Eine Geschichte der Bunurong

Vor sehr langer Zeit, als Kriege und Zwist unter den Stämmen der Kulin wüteten und die Menschen sich nicht länger um das Wohlergehen ihrer Brüder und Schwestern sorgten, sondern voller Gier die Lande verwüsteten und plünderten, wurde Großmutter Ozean sehr zornig. Umso größer der Hass, die Eifersucht und die Zwietracht in den Herzen der Menschen wurden, umso höher wuchsen die Wellen, die sie gegen die Ufer sandte. Als blinde Wut die Herzen zur Gänze zu verschlingen begann und alle Hoffnung vergebens schien, ertränkte die Hohe See die Strände und Ebenen und drohte die Welt zu überfluten.
 
Die Menschen versuchten, einander die Schuld zuzuschieben, mussten aber alsbald begreifen, dass sie den Zorn der Meere nicht durch Fingerzeige und Beleidigungen besänftigen konnten. Auch die Waffen, die sie trugen, beeindruckten Großmutter Ozean nicht im Geringsten. 

​So kam es, dass sich die Stämme zum ersten Mal nach langer, langer Zeit versammelten und gemeinsamen Rat hielten.
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"White Wedge-tailed Eagle", white pastels, Kristin Raphaela Otti (2023)
"Ändert die Art und Weise, in der ihr miteinander umgeht und öffnet eure Herzen wieder! Schaut euch um und begegnet Mutter Erde und allen Wesen der Schöpfung wieder mit Liebe und Mitgefühl!" ​

​Sie beschlossen, Bunjil den Keilschwanzadler, der die Lande erschaffen hatte, um Rat zu fragen. Bunjil hörte den Menschen aufmerksam zu und sprach: „Ich werde euch beistehen und helfen, aber nur dann, wenn ihr die Art und Weise ändert, in der ihr miteinander umgeht und eure Herzen wieder öffnet. Schaut auch um und begegnet Mutter Erde und allen Wesen der Schöpfung wieder mit Liebe und Mitgefühl!“ 

 
Bunjil flog auf das Meer hinaus, das sich im selben Maße zu beruhigen begonnen hatte, in dem das Feuer des Hasses und des Zornes in den Herzen erlosch, und bat es, sich nicht weiter zu erheben.
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    Autorin

    Kristin Raphaela Otti
    ​
    Ich bin eine Schamanin und Geschichtenerzählerin aus dem Lavanttal in Kärnten. 

    Ich hüte das Winterfeuer in den Herzen und begleite jene, die sich auf eine Reise tief in ihr Innerstes aufmachen wollen. 

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