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Winterfeuer

Die Kaffeezeremonie - Den Sturm zur Ruhe bringen

5/7/2026

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Es gibt viele Gründe, warum ich es liebe, Freunde und jene, die ich begleite, in Kaffeehäusern zu treffen. Früher gab es nicht nur Teezeremonien, sondern man zelebrierte auch Kaffeezeremonien. Wir sind mittlerweile so an Kaffeemaschinen und die schnelle Tasse Kaffee gewöhnt, dass wir sie vergessen haben. 
Während der Kaffeezeremonien ehren wir zuerst das Geschenk, das uns die Kaffeepflanze gegeben hat. Das bewusste Mahlen der Kaffeebohnen, zu fühlen, wie die Muskeln im Körper arbeiten, das Anspannen und das Loslassen, den Kopf auf die Zeremonie und Aufgabe im Hier und Jetzt zu fokussieren und dann ins Herz zu gehen, während wir den Geruch der frischgemahlenen Kaffeebohnen genießen, erdet und hilft, im Augenblick zu sein und den Moment zu fühlen. 
In Gegenden, in denen Kaffeepflanzen beheimatet sind, hielten Schamanen Kaffeezeremonien zusammen mit jenen, die zu ihnen gekommen waren, um um Rat, Heilung oder Führung beim Finden oder Erträumen eines neuen Weges zu bitten.

​Kaffee war dabei ein großartiger Lehrer, wenn es darum ging, Geduld zu erlernen und zu erleben. Anstatt die Unterhaltung und das Gespräch zu beschleunigen und den Verstand wie ein verschrecktes Pferd durchgehen zu lassen, half er dabei, das Herz zu beruhigen und zu besänftigen.   
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Das ist der Kaffeemörser, den ich für Zeremonien verwende. Während ich noch in Wien gelebt und unterrichtet habe, schenkte ihn mir ein Freund. Er ist aus Gusseisen, schwer und man muss beide Hände bewusst verwenden, wenn man die Kaffeebohnen auf eine gute Art und Weise mahlen möchte. Es braucht eine Weile.
Der Kaffee wurde nicht mit Hilfe einer Maschine gekocht, durch die das Wasser mit der Geschwindigkeit eines Geparden gejagt worden war, sondern indem zuerst die Kaffeebohnen geehrt und der Kaffeepflanze für ihr Geschenk gedankt wurde. 
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Dann mahlte der Schamane die Kaffeebohnen zu einem feinen Pulver, gab das frische Kaffeepulver in ein Zeremoniengefäß und goss es mit kochendem Wasser auf. ​

Das kochende Wasser wirbelte das Kaffeepulver auf, ähnlich wie Gefühle und Emotionen bisweilen unseren Verstand und unser Herz durcheinanderwirbeln.

Anstatt den Kaffee einfach trinken und ihn ohne ihm noch einmal Aufmerksamkeit zu schenken hinunterschlucken, musste man warten, bis sich der Kaffeesatz wieder auf dem Boden des Gefäßes abgesetzt hatte und zur Ruhe gekommen war – außer natürlich, wenn man das Kaffeepulver mitverzehren wollte.

​Nach jedem Schluck stellte man seine Tasse ab, wartete, bis der Kaffeesatz abgesunken war und dann genoss man einen weiteren Schluck.
 
Kaffee lehrt Geduld und schafft den Raum, zuzuhören und sich zu unterhalten, während man ihn genießt. 
 
Während der Kaffeezeremonien ehren wir zuerst das Geschenk, das uns die Kaffeepflanze gegeben hat. Das bewusste Mahlen der Kaffeebohnen, zu fühlen, wie die Muskeln im Körper arbeiten, das Anspannen und das Loslassen, den Kopf auf die Zeremonie und Aufgabe im Hier und Jetzt zu fokussieren und dann ins Herz zu gehen, während wir den Geruch der frischgemahlenen Kaffeebohnen genießen, erdet und hilft, im Augenblick zu sein und den Moment zu fühlen. 

(geschrieben 2024, übersetzt 2026)
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    Autorin

    Kristin Raphaela Otti
    ​
    Ich bin eine Schamanin und Geschichtenerzählerin aus dem Lavanttal in Kärnten. 

    Ich hüte das Winterfeuer in den Herzen und begleite jene, die sich auf eine Reise tief in ihr Innerstes aufmachen wollen. 

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