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Winterfeuer

Ich bin ich und darin liegt meine Kraft

2/23/2025

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Als ich nach längerer Krankheit an meinen Arbeitsplatz zurückgekehrt war, fand ich mich immer wieder mit der Herausforderung konfrontiert, alte Gewohnheiten und alte Strukturen meiner Selbst wie die Haut einer Schlange abzustreifen und gehen zu lassen. Wieder und wieder fühlten sich die neuen Schuppen zu eng an, wieder und wieder streifte ich sie ab. Ich wurde öfter zu Reisen in die Anderswelt gerufen und viele der Begegnungen brachten nicht nur Lernen, sondern auch herzliches Lachen mit sich.
 
Eines Tages tauchte ein wunderschönes Stinktier in meinem Energiefeld auf und fragte mich, ob ich denn nicht Lust auf einen gemeinsamen Spaziergang hätte. Da ich die Freundlichkeit und Herzlichkeit des Stinktieres spürte und es auch dazu noch eine rote Blume auf dem Kopf trug, stimmte ich natürlich zu. Da ich zu dem Zeitpunkt von Gestaltwandeln fasziniert war und auf Reisen ständig dabei war, zu üben, beschloss ich kurzerhand, auch die Gestalt eines Stinktieres anzunehmen. 
 
Zu der Zeit war die Schwerkraft noch tief in meinem Denken verankert und ich als perfektionistisch veranlagter Steinbock sehr detailverloren und strukturbedacht. Gestaltwandeln war mehr Wissenschaft als einfach tun. Meine Stinktierfreundin beobachtete mich geduldig, während ich mich wandelte. Unglücklicherweise begann ich am falschen Ende und die Schwerkraft machte sich bemerkbar. Wenn etwas noch im Verstand verankert ist und man es noch nicht losgelassen hat, zeigt es sich auch. 

Das Stinktier lächelte sanft, während ich mir den Staub aus meinem neuen Pelz klopfte und dann ging es über Stock und Stein los. Wir tobten durch den Wald und spielten fangen, bis wir zu einer Lichtung kamen. Dort blieb meine Stinktierfreundin stehen und lächelte mich an. Mitten auf der Lichtung tanzte ein Schamane, der außer einem Stinktierpelz auf dem Kopf nichts weiter trug. Er strahlte von innen und lächelte glücklich. Ich sah das Stinktier an, wandte mich wieder dem Schamanen zu und blickte abermals meiner Stinktierfreundin in die Augen. „Für dich ist das vollkommen in Ordnung.“ Sie lächelte nur weiter ihr sanftes Lächeln, nickte und sagte: „Ja.“ Dann zupfte sie die Blume auf ihrem Kopf zurecht und begann ebenso zu tanzen. 
​
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"White Eastern Spotted Skunk", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Ein paar Tage später war ich auf dem Weg zum Einkaufen. Ich war in Gedanken versunken und dachte darüber nach, welche Meinung sich andere über mich gebildet hatten. Irgendwann war es genug. Ich sprach zu mir selbst: „Die Meinung anderer ist die Meinung anderer. Sie geht mich nicht das Geringste an. Ich bin ich.“ Als ich aufblickte sah ich den Schamanen vor mir stehen, Stinktierpelz auf dem Kopf, sonst nichts. Er zwinkerte mir zu und tanzte weiter.  

​Ein paar Wochen danach schenkte mir einer meiner damaligen Arbeitskollegen eine ganz spezielle Kopfbedeckung zum Geburtstag. Ich liebe Humor, der von Herzen kommt und gemeinsames Lachen, und wir fünf, die wir uns damals einen Büroplatz geteilt haben, waren eine eingeschworene Truppe. Ein Jahr davor war ich auch in den Betriebsrat gewählt worden und somit zu dem Zeitpunkt dabei, in meine Rolle zu wachsen, zu lernen und bei Meetings arbeitsrechtliche Fragen zu diskutieren und zu erörtern. Da das Institut sehr groß war, waren wir sogar achtundzwanzig Betriebsräte.
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"White Skunk", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Irgendwann war es genug. Ich sprach zu mir selbst: „Die Meinung anderer ist die Meinung anderer. Sie geht mich nicht das Geringste an. Ich bin ich.“ 

​Als ich mir dann einen frischen Kaffee holen wollte, bestanden meine Kollegen darauf, dass ich besagte Kopfbedeckung auf dem Weg in die Küche und zurück tragen sollte. Ich nahm die Herausforderung nach einem gutmütigen Wortgefecht an. Da wir unsere Pause zu einer Zeit gemacht hatten, wo der Unterricht in vollem Gange war, war die Chance, Kollegen am Gang zu treffen, gleich Null. Meine Schüler kannten mich und meinen Humor, deshalb wäre mein Anblick – eine Lehrerin mit einem gigantischen gelben Plüschhuhn auf dem Kopf, das noch dazu lange Beine und einen knallroten Bürzel hatte – für sie absolut nichts Ungewöhnliches gewesen.
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Ja, das bin ich. Mit einem Plüschhuhn auf dem Kopf.
Ich verließ also unser Büro, machte ein paar Schritte Richtung Küche und selbstverständlich gibt es ein Naturgesetz, das besagt, dass, wenn man an seinem Arbeitsplatz mit einem gelben Riesenhuhn auf dem Kopf herumrennt, man augenblicklich seinem Vorgesetzten begegnen muss. Das ist einfach so.

​Mein Vorgesetzter starrte mich an, seine Augen wurden immer größer und dann fiel ihm die Kinnlade herunter. Ich war also mit einer Entscheidung konfrontiert: Entweder das Plüschhuhn von meinem Kopf nehmen und mich entschuldigen, oder…

Ich sah ihm tief in die Augen und sagte: „Ich weiß. Ich kann alles tragen.“ Dann nahm ich einen der Plüschhendlhaxen in meine Hand warf ihn nach hinten, wie man eben langes Haar nach hinten werfen würde. Ich stolzierte langsam an ihm vorbei und als ich um die Ecke bog, wo die Küche war, hörte ich ihn plötzlich lauthals lachen. Das erste Mal seit Monaten.

 
Als wir dann einmal ein Meeting hatten, schlug ich scherzhaft vor, dass wir ja mein Foto mit dem Plüschhuhn als mein neues Firmenfoto verwenden könnten.

​Zwei Tage danach, zitierte er mich in sein Büro, sah mich todernst an und sagte: „Ich habe schlechte Neuigkeiten.“ Er seufzte tief und schüttelte seinen Kopf. „Die Personalabteilung hat dein Ansuchen abgelehnt.“ Ich starrte ihn einen Moment lang an. „Das ist wahrlich bedauerlich.“ Dann brachen wir in schallendes Gelächter aus.

 
Sei du selbst. Darin liegt deine Kraft.
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    Autorin

    Kristin Raphaela Otti
    ​
    Ich bin eine Schamanin und Geschichtenerzählerin aus dem Lavanttal in Kärnten. 

    Ich hüte das Winterfeuer in den Herzen und begleite jene, die sich auf eine Reise tief in ihr Innerstes aufmachen wollen. 

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