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Winterfeuer

Verwundbarkeit

5/9/2024

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Wenn man darum bittet, lernen und tiefer hinter die Schleier eintauchen zu dürfen, kann es geschehen, dass einem der Wunsch auf eine Art und Weise erfüllt wird, mit der man nicht gerechnet hat. Ich habe voriges Jahr aus dem Nichts heraus wieder damit angefangen, zu malen. Als Kind habe ich das Malen und Zeichnen geliebt und war in der Oberstufe unseres Gymnasiums auch eine Zeitlang auf Bildnerisches Gestalten spezialisiert, bevor ich dann den Zweig gewechselt habe, um Jazzgitarre zu lernen. 
 
Ich wusste anfangs nicht, warum ich wieder zeichnen sollte, bin aber dabeigeblieben. Jetzt male ich die Krafttiere, die ich vor meinem geistigen Auge sehe, und eine Weile später, wird mir klar, warum ich einen bestimmten Tiergeist gemalt habe. Das Malen ist einer meiner Lehrer. 
​
Das Seepferdchen weiß um seine Verwundbarkeit. Es sieht sie nicht als Schwäche, sondern verwandelt sie in seine Stärke, indem sie sie anerkennt. [...] Es zeigt uns, dass wir, wenn wir unsere Verletzlichkeit anerkennen und sehen, sie in Heilung für uns selbst und andere verwandeln können. 

​Als mich mein Weg wieder einmal nach Wien geführt hatte, zeichnete ich am ersten Tag meines Aufenthalts in einem Café ein Seepferdchen, das in meinem Energiefeld aufgetaucht war. Ich dachte nicht weiter darüber nach. Ein paar Tage später war ich mit der U-Bahn unterwegs. Beim Einsteigen gab es nur noch drei freie Plätze in der Nähe eines Mannes, dessen Energie laut „Verschwinde!“ signalisierte. Nach kurzem Zögern setzte ich mich ihm gegenüber hin und sah das Seepferdchen wieder vor meinem geistigen Auge. Jetzt hatte ich eine Entscheidung zu treffen: Den Mann ansprechen, ich selbst sein und riskieren, verletzt zu werden oder nichts tun und in weiterer Folge in ähnlichen Situationen schweigen. 
 
Der Mann war vollkommen überrascht darüber, dass ihn jemand ansprach anstatt wegzulaufen. Seine Energie hatte sich zwar wie Zorn angefühlt, war aber nichts anderes gewesen als die Angst davor, verletzt zu werden. Anfangs wollte er die Zeichnung nicht nehmen, aber nachdem wir uns eine Weile unterhalten hatten, schaute er sie sich an und nahm sie als Geschenk entgegen. Er erzählte mir seine Geschichte. Er war ein Künstler, der gerade mit Depression kämpfte und versuchte, Schritt für Schritt in sein Leben zurückzukehren.
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"White Seahorse" entsteht in einem Wiener Kaffeehaus
Als wir dabei waren, uns voneinander zu verabschieden, war es ihm unangenehm, dass er mir nichts gegeben hatte. Ich erklärte ihm, dass das nicht stimmte. Er hatte mir sein Lächeln geschenkt. Da hellte sich seine Energie auf und er meinte, dass er nicht gewohnt wäre, dass ihm gute Dinge passieren. Ich erwiderte einfach, dass gerade etwas Gutes geschehen sei. Einfach so, aus dem Nichts, ohne Bedingung. Dann gingen wir auseinander. 
 
Ich fragte mich danach, warum ich gerade ein Seepferdchen gesehen hatte und dem Künstler Seepferdchenmedizin in Form einer Zeichnung gegeben hatte. Ich bekam meine Antwort eine Weile später. 
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"White Seahorse", weiße Pastellkreide, Kristin Raphaela Otti (2023)
Das Seepferdchen trägt große Weisheit in sich. In seiner Brust schlagen drei Herzen gleichzeitig. Wenn eines müde wird, schlagen die anderen beiden weiter und helfen dem Seepferdchen vorwärts zu schwimmen, bis es sich vollkommen erholt hat. Seepferdchen zeigen uns, dass wir viele Ressourcen in uns tragen. Auch wenn das Herz, das in der Vergangenheit verletzt worden ist, müde wird, so schlagen die anderen beiden weiter: Das eine im Hier und Jetzt, das andere erträumt unsere Zukunft zu unserem höchsten Wohle im Morgen, bis die Wunden der Vergangenheit verheilt sind.
 
Seepferdchen sind keine guten Schwimmer, aber dazu in der Lage, ihren Schwanz um Korallen oder Steine zu ringeln und sich auch bei rauer See daran festzuhalten. Sie folgen ihrem Pfad, einen Flossenschlag nach dem anderen, ruhen und halten sich fest, wenn es notwendig ist, und setzen ihren Weg fort, wenn sie ihre Balance wiedergefunden haben. Sie erzählen uns, wie man auch die stürmischsten Gefühle und Situationen Schritt für Schritt bewältigen kann. 

Lächelt. In meinen Augen ist das wertvollste Geschenk, das man jemandem machen kann, ein Lächeln, das aus dem Herzen kommt. ​

​Ihre Augen können sie unabhängig voneinander bewegen. Sie sehen gleichzeitig, was auf dem Weg liegt, den sie zurückgelegt haben, wo sie sich im Hier und Jetzt befinden und werfen Blicke nach vorne, um zu sehen, was auf ihrem Wege auf sie zukommt. Währenddessen verankern sie sich und gehen in vollkommener Ruhe in sich.
 
Das Seepferdchen weiß um seine Verwundbarkeit. Es sieht sie nicht als Schwäche, sondern verwandelt sie in seine Stärke, indem sie sie anerkennt. Anstatt darüber zu lamentieren, dass es nicht gut schwimmen kann, nutzt es die Zeit, die es braucht, um sich festzuhalten, um wieder in Balance zu kommen und Geschehenes und Erlebtes in Weisheit zu verwandeln. Es zeigt uns, dass wir, wenn wir unsere Verletzlichkeit anerkennen und sehen, sie in Heilung für uns selbst und andere verwandeln können. 
 
Den Künstler in der U-Bahn zu treffen war in vielerlei Hinsicht ein Geschenk. Mir wurde das Geschenk zu Teil, meinen eigenen Ängsten und meiner eigenen Verletzlichkeit in die Augen schauen zu dürfen. Das Leben an sich ist ein Lehrer und Mentor, wenn man sich die Zeit nimmt, für einen Augenblick zur Ruhe zu kommen und nicht blind voranprescht.
 
Es bedarf Mut und Herz, einen vollkommen Fremden anzusprechen und ihn so zu sehen, wie er wahrhaftig ist. Wir tendieren dazu, nicht hinzusehen, sondern einfach an anderen vorbeizulaufen. Gesehen zu werden, erkannt zu werden, ist heilsam. 
 
Lächelt. In meinen Augen ist das wertvollste Geschenk, das man jemandem machen kann, ein Lächeln, das aus dem Herzen kommt. 
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    Autorin

    Kristin Raphaela Otti
    ​
    Ich bin eine Schamanin und Geschichtenerzählerin aus dem Lavanttal in Kärnten. 

    Ich hüte das Winterfeuer in den Herzen und begleite jene, die sich auf eine Reise tief in ihr Innerstes aufmachen wollen. 

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